Website: https://himmelsklang.eu Indische Musik ist im Dreieck angeordnet. Kirchenmusik meist frontal. Die Orgel sitzt im Rücken der Gemeinde. Konzerte spielen sich frontal ab. In der indischen Musik sitzen Hörende, Musizierende und ein Bild der Gottheit im Dreieck angeordnet. Die Mitte ist offen. Ein anderes Spiritualitäts- und Transzendenzverständnis liegt diesen Anordnung zugrunde. Ziel der Musik ist, die virtuelle Gegenwart der Gottheit und die Anwesenheit des Göttlichen zu ermöglichen. "Es ist ein Ros entsprungen" nach indischer "Manier".
In diesen musikalischen Miniaturen habe ich versucht, die Geburtsgeschichte Jesu einmal aus der Perspektive des Morgenlandes und des Abendlandes zu beleuchten. Wie ist es, die Geburt Jesu aus hinduistisch-indischer Perspektive zu betrachten? Wird er als Inkarnation einer größeren Gottheit angesehen? So schrieb der indische Dichterphilosoph Rabindranath Tagore schon vor 1936, als es noch kaum Religionsdialoge gab, in Jesus, die große Seele : „Offenbarung Gottes mitten unter den Menschen! Die Lehre Jesu ist keine Wahrheit, die man in einen Vers der Heiligen Schrift einschließen kann, sondern sie zeigt sich als Wahrheit seines Lebens. Bis heute blieb sie lebendig wie ein immergrüner Feigenbaum, der immer neue Zweige hervortreibt.“ Von kirchlichen Theologen wird diese Sichtweise oft abschätzig bewertet. Wir sollten uns aber bewusst machen: Jesus gehört nicht den Theologen und nicht den Kirchen! Wenn eine andere Kultur ihn anderes rezipiert, ist das voll zu akzep...